Der Wunsch, abnehmen zu wollen

Was führt zu falschem Essverhalten?

Egal, ob Sie zu viel oder zu wenig essen, die Ursache liegt meist (sofern organische Ursachen ausgeschlossen werden können) im psychischen Bereich. Erlernte Verhaltensmuster, oft aus der Kindheit, erschweren uns den gesunden Umgang mit Essen.

Ich gehe hier ausdrücklich nicht auf krankhafte Essstörungen (Anorexia nervosa 'Magersucht', Bulimia nervosa 'Bulemie', Essattacken 'Binge Eating' usw.) und nicht auf andere durch Krankheiten oder Medikamenteneinnahme bedingte Gewichtsprobleme ein.
Ich konzentriere mich hier auf die Absicht, abnehmen zu wollen, und auf die dafür möglicherweise zugrunde liegenden Verhaltensmustern, sofern keine krankhafte Ursache vorliegt.

Einstieg in die Ernährungsumstellung

Die "Programmierung", die durch unser Umfeld in unserer frühesten Kindheit beginnt, gilt es zu erkennen und eventuell zu ändern. Fragen Sie sich:

Wie war das bei uns zu Hause?

Versuchen Sie sich zu erinnern, welche Gefühle Sie aus Ihrer Kindheit und Jugend mit Essen verbinden. Diese Gefühle agieren auch im Erwachsenenalter und bestimmen Ihr unbewusstes Essverhalten.

Umstellung unserer Essgewohnheiten

Der Wunsch, abnehmen zu wollen, sollte mit dem Wunsch gekoppelt sein, sich gesund zu ernähren. Nur dann ist eine Gewichtsreduzierung von dauerhaftem Erfolg. Jede einseitige Diät, nach derem durchaus möglichem erfolgreichen Abschluss man sich wie vorher ernährt, führt im Regelfall zum sogenannten Jo-Jo-Effekt: Man nimmt wieder zu und wiegt dann oft mehr als zuvor.

Es gilt als erwiesen, dass nicht wenige Übergewichtige nicht nur essen, um ihren Körper, sondern auch um ihre Seele zu ernähren, also um emotionale Probleme und Bedürfnisse zu befriedigen. Eine Bewusstmachung dieser Tatsache durch Selbstbeobachtung ermöglicht es Ihnen, gegenzusteuern.

Folgende Schritte können Ihnen den Einstieg in eine Ernährungsumstellung erleichtern:

Beobachten Sie sich über einen Zeitraum von etwa einer Woche selbst und notieren Sie Ihre Beobachtungen.

Zum psychischen Aspekt kommt natürlich der physiologische Aspekt. Bestimmte Nahrungsmittel wie Zucker, Weißmehl u. a. beeinflussen den Blutzuckerspiegel ungünstig, so dass man schneller wieder Hunger verspürt. Ebenso sind bestimmte Nahrungsmittelzusammenstellungen ungünstig, weil ihre Kombination schnelle Fettspeicherung auf unseren Hüften bewirkt.

Es gibt verschiedene Ernährungsansätze, bei denen jeder selbst ausprobieren muss, was ihm oder ihr gut tut. Allzu strikte Regularien sind auf Dauer nicht durchführbar und nicht gesund.

Beispielsweise:

Nicht vernachlässigen darf man dabei, dass es drei verschiedene Stoffwechseltypen (Kohlehydrattyp, Eiweißtyp, Mischtyp) und vier verschiedene Drüsentypen gibt. Eine entsprechende Analyse bei einem Fachmann ist hilfreich.

Weniger bekannt ist, dass Durst oft fälschlicherweise als Hunger gedeutet wird. Versuchen Sie, bevor Sie den vermeintlichen Hunger mit Essen stillen, erst Wasser oder dünnen Kräutertee zu trinken. Warten Sie eine Weile, ob das Hungergefühl zurückgeht. Abgesehen von dem oben genannten Aspekt ist ausreichendes Trinken immer wichtig, circa 0,2 Liter pro Stunde sollten es sein. Ungünstig für den Organismus ist es, eine große Menge auf einmal zu trinken. Besser sind kleine Trinkmengen, stetig verteilt über den Tag.

Verbunden mit gesunder Ernährung darf ein gewisses Maß an Bewegung nicht fehlen. Aus evolutionärer Sicht ist der Mensch nicht zum Sitzen geschaffen, doch gerade das tun wir fast ständig. Im Auto, auf Arbeit, auf dem Sofa...

Diese drei Aspekte:

führen bei geduldiger dauerhafter Beachtung zum Erfolg, wenn keine krankhaft bedingte Gewichtszu- oder -abnahme vorliegt.
Gesunde Ernährung und Bewegung sind natürlich auch bei krankheitsbedingten Gewichtsproblemen wichtig, nur muss man krankhafte Ursachen dafür unbedingt abklären lassen, damit die Ursachen ärztlich behandelt werden können.
Schilddrüsenüber- oder -unterfunktionen können beispielsweise, neben vieler anderer Gesundheitsprobleme, zu Gewichtsverlust oder -zunahme führen und müssen beachtet werden.

Gewichtsverlust unter anderem durch gesunde Ernährung

Viele Klienten empfinden es als hilfreich, nicht so sehr die Gewichtsabnahme in den Vordergrund zu stellen, sondern sich mehr darauf zu konzentrieren, wie wichtig es ist, gesund zu sein, sich wohl zu fühlen. Viele Krankheiten entsehen durch falsche Ernährung, beispielsweise Gicht, Blutdruckprobleme, falsche Cholesterinwerte, Fettleber, Magen-, Darm-, Hautprobleme usw. Beginnen Sie, sich gesund zu ernähren, und über Zeit werden Sie, wie nebenbei, eine allmähliche Gewichtsabnahme bemerken.

Beobachten Sie vor allem Ihre Geühle, während Sie sich gesund ernähren:
Es ist anzunehmen, dass sich ein gutes Gefühl in Ihnen ausbreitet. Bereits wenn Sie sich mit dem Thema beschäftigen, sich belesen, Rezepte sammeln, gesund einkaufen, kochen und essen, werden Sie eine positive Stimmung bemerken. Nichts mehr zu spüren von dem schlechten Gewissen, wenn Sie eine Tafel Schokolade oder eine Portion Pommes frittes verdrückt haben.

Sollten Sie anfangs jedoch ungesunde Ess-Attacken noch peinigen, wird empfohlen, diesen durchaus ab und zu nachzugeben.

Aber: Bleiben Sie aber dran an Ihren Geühlen: Fühlen Sie sich nach einem Berg Pommes frites leicht und frei und zufrieden? Gibt es Ihnen ein gutes Gefühl?
Oder sind Ihre Gefühle angenehmer, wenn Sie ein gesundes Essen zu sich genommen haben? Manchmal reicht es, dieses gute Gefühl wieder haben zu wollen, um beim nächsten fettigen Essen "Nein" sagen zu können.

Begleitung während der Ernährungsumstellung

Ich begleite Sie gern auf Ihrem Weg zu einer gesünderen Ernährung und Lebensweise, sei es mit dem Ziel, abnehmen zu wollen, oder mit dem Ziel, langfristig gesünder zu werden und bleiben zu wollen.

Diese Dokument wurde von http://www.psychologische-beratung-leipzig.com/abnehmen-essverhalten.html gedruckt.